DIE VERSIEGELUNG

Offenbarung 7,1–17; 8,1

 

Wir beginnen, indem wir das Wort in Offenbarung 6,15–17 beachten:

„Und die Könige auf Erden und die Großen und die Obersten und die Reichen und die Gewaltigen und alle Sklaven und alle Freien verbargen sich in den Klüften und Felsen der Berge und sprachen zu den Bergen und Felsen: Fallt über uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes! Denn es ist gekommen der große Tag ihres Zorns, und wer kann bestehen?“

 

Der Text endet mit einer wichtigen Frage, die einer Antwort bedarf. Der Apostel Johannes hörte wie Menschen aller Klassen verzweifelt schrieen:

„Wer kann bestehen!?“ Wer schützt uns vor dem Zorn des Lammes?“

Wer diese Frage erst am Jüngsten Tag stellt, der fragt zu spät. Viel zu spät. Gott möchte, dass wir diese Frage heute stellen und seine Antwort zur Zeit der Gnade finden. Gott will unsere Rettung, unser ewiges Heil. 

 

Wir finden Gottes Antwort auf diese wichtige Frage in Offenbarung 7,1–3:

„Danach sah ich vier Engel stehen an den vier Ecken der Erde, die hielten die vier Winde der Erde fest, damit kein Wind über die Erde blase noch über das Meer noch über irgendeinen Baum. Und ich sah einen andern Engel aufsteigen vom Aufgang der Sonne her, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes und rief mit großer Stimme zu den vier Engeln, denen Macht gegeben war, der Erde und dem Meer Schaden zu tun: Tut der Erde und dem Meer und den Bäumen keinen Schaden, bis wir versiegeln die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen.“

 

Welches Ereignis muss für jeden Gläubigen eine persönliche Erfahrung sein? Es ist das Werk der Versiegelung. Die Botschaft von Offenbarung 7 ist eine wichtige Botschaft für jeden von uns. Bevor die letzten Gerichte über eine reulose Welt hereinbrechen, hörte Johannes die Einhalt gebietende Stimme Gottes, die den Gerichtsengeln befiehlt: Haltet die Winde! Würden die Engel nicht die Winde halten, hätten sich die Menschen schon längst selbst vernichtet. 

Was ist unter den Winden zu  verstehen, die von den Engeln zurückgehalten werden sollen?

 

Die Bibel erklärt die Symbolik der Winde in Jeremia 51,1.2 (GN):

„So spricht der HERR: Ich lasse einen verheerenden Sturm losbrechen gegen die Stadt Babylon und gegen alle, die in diesem Zentrum des Aufruhrs gegen mich wohnen! Ich schicke Fremde, die sollen das Volk von Babylon  davonjagen, so wie der Wind die Spreu fortweht; sie sollen das ganze Land ausplündern.“ 

 

Die Winde sind ein Symbol für Gottes Gerichtshandeln an einer Menschheit, die sich im Aufruhr gegen ihren Schöpfer befindet. Die Engel dürfen aber erst dann ihr endzeitliches Verderben über die Welt bringen, wenn Gottes Volk versiegelt ist. Der Auftrag an die Gerichtsengel  lautet: „Haltet die Winde, bis dass wir versiegeln die Knechte Gottes!" (Offenbarung 7,3)

 

Ich danke Gott für seine Barmherzigkeit, für die Hinauszögerung seines Gerichts. Gott will uns retten und schützen. Ein Besitz oder ein Schriftstück wird durch ein Siegel geschützt und als unantastbar erklärt. Gott will uns versiegeln und uns dadurch schützen und bewahren. Welch ein kostbarer, ermutigender und tröstender Gedanke  dass es in der Endzeit noch Menschen gibt, die Gott unter seinen Schutz stellt und um sie zu retten, er sein Kommen zum Gericht verzögert. In einer Zeit des großen Abfalls von Gott gibt es noch immer Menschen, denen Gott sein Siegel aufdrücken kann. Um ihretwillen halten die Engel das letzte, endzeitliche Verderben zurück.

 

Paulus schrieb in 2.Tim 2,19:

„Der feste Grund Gottes besteht und hat dieses Siegel: Der HERR kennt die Seinen!“

 

Gott errichtet auf dieser Erde einen geistlichen Tempel und seine Kinder sind die lebendigen Steine aus denen dieses Haus gebaut wird. Jeder Baustein trägt das Siegel des Eigentümers. In den Ruinen Babylons fand man Ziegelsteine, auf denen der Name Nebukadnezars des Erbauers der Stadt eingebrannt war. Durch die göttliche Gnade werden wir zu lebendigen Bausteinen im Hause Gottes und dürfen seinen Namen, das Zeichen des Eigentümers tragen.

Das Werk der Versiegelung kommt einer Deklaration gleich, in der die Versiegelten zum Eigentum Gottes erklärt und aus der Masse derer, die nicht zu Gott gehören, herausgehoben werden. Die Versiegelung garantiert die Sicherheit der Gläubigen, wenn die Endgerichte über die Nationen gehen. Auffallend ist, das Zeichen der Versiegelung wird nur an der Stirn, aber nicht an der Hand getragen. Was ist der Grund dafür? Die Hand ist das Symbol der Dienstbarkeit. Mit der Hand schaffen wir Werke. Aber die Werke berechtigen uns niemals, Gottes Siegel zu empfangen. Nur durch die Gnade Gottes können wir gerettet werden und vor Gottes Thron treten.

 

Betrachtung wir nun den Vorgang der Versiegelung im Einzelnen. Wir werden dabei die Antwort auf folgende Fragen suchen: 

  • Wer wird versiegelt? 
  • Wann beginnt das Werk der Versiegelung
  • Welches ist das Mittel der Versiegelung? 
  • Welches Kennzeichen tragen die Versiegelten

1. Wer wird versiegelt? 

Die neutestamentliche Aussage über die Versiegelung hat ihren Ursprung und ihr Bild in einem alttestamentlichen Vorgang, den Gott durch den Propheten Hesekiel schildert. „Der HERR rief dem, der das Kleid von Leinwand anhatte und das Schreibzeug an seiner Seite, und sprach zu ihm: Geh durch die Stadt Jerusalem und zeichne mit einem Zeichen an der Stirn die Leute, die da seufzen und jammern über alle Gräuel, die darin geschehen. Zu den andern Männern aber sprach er, so dass ich es hörte: Geht ihm nach durch die Stadt und schlagt drein; eure Augen sollen ohne Mitleid blicken und keinen verschonen … aber die das Zeichen an sich haben, von denen sollt ihr keinen anrühren. Fangt aber an bei meinem Heiligtum! Und sie fingen an bei den Ältesten, die vor dem Tempel waren.“ (Hes. 9,3–6)

 

Welch eine Aussage! Hier ist nicht von einem Gericht über die gottlose, atheistische Welt die Rede. Hier wird nicht von einem Gericht über Babylon, die große Hure, gesprochen. Hier wird ein Gericht geschildert, das sich an der Gemeinde Gottes vollzieht. „Gehe durch die Stadt Jerusalem…

 

„Gehe durch…, d.h. für uns heute: Gehe durch die Gemeinde. Habt ihr je daran gedacht, dass der Engel Gottes mit dem Schreibzeug an seiner Seite, der Mann in weißem Linnen, durch die Gemeinde geht? „Und zeichne mit einem Zeichen an die Stirn die Leute, d.h. versiegle die Menschen, setze mein Siegel auf Ihre Stirn. Was sind das für Leute, die das Siegel Gottes erhalten? Warum empfangen sie ein Zeichen von Gott? "Die da seufzen und jammern über alle Greuel so darin geschehen; wo geschehen – in Babylon?, in Ägypten?, in der bösen argen Welt? In Jerusalem! Geschehen in Jerusalem Greuel? Geschehen Sünden in der Gemeinde Gottes? Gibt es Sünde im Leben der Gläubigen? Seufzen wir darüber? Leiden wir darunter? Weinen wir über die Sünde oder finden wir uns mit ihr ab als einem Zeichen der Unvollkommenheit? Haben wir uns an die Sünde gewöhnt? Erscheint sie uns heute weniger gefährlich, weniger sündhaft?

 

Die GN-Bibel spricht von Menschen, die sich an den Verdorbenheiten eines götzendienerischen Lebens nicht beteiligen, sondern darüber Schmerz und Trauer empfinden. Jesus sagt: „Selig sind, die da Leid tragen, sie sollen getröstet werden.“ Wem seine Sünde leid tut, wer sich von der Bosheit abwendet und Gott zuwendet, wer Gerechtigkeit sucht und begehrt, wird das Siegel Gottes empfangen.  D.h., wer Jesu Sühnopfer für sich beansprucht, wer Gottes Urteil über sein Leben im Kreuze Christi anerkennt, wird das Zeichen Gottes erhalten.

 

Die Frage ist: Tut uns unser Unrecht leid? Bereuen und bekennen wir die Schuld? Oder gehören wir zu denen, die ihre Sünde verheimlichen, entschuldigen, die ihr Unrecht bagatellisieren oder gar einem andern in die Schuhe schieben? Wir müssen wissen: Schuldverschiebung, Schuldverdrängung ist keine Schuldbefreiung. 

 

Die Apostel hatten bezüglich des Gerichtes und der Versieglung eine klare Botschaft. Petrus sagt, die Versiegelung beginnt mit einem Prüfungsgericht Gottes an seiner Gemeinde. In 1. Ptr 4,17 steht: „Es ist Zeit für das Gericht Gottes, und es beginnt bei denen, die zu ihm gehören!“ Darum fordert uns der Apostel nach Apg. 2,38 u. 3,19 auf: Ändert euch und euer Leben! Wendet euch Gott zu! Lasst euch auf den Namen Jesu taufen, damit Gott eure Sünden vergibt und ihr den Heiligen Geist empfangt … Ändert euch jetzt von Grund auf,  und kehrt zu um zu Gott, damit er euch die Sünden vergibt. Dann wird die Zeit kommen, in der sich Gott euch freundlich zuwendet.

 

Gott sagt uns durch den Geist der Weissagung: Wer über seinen eigenen geistlichen Niedergang nicht betrübt ist und über die Sünden anderer nicht trauert, wird das Siegel Gottes nicht erhalten. (Sch. d. Z., Bd. II, S.54) Das Siegel Gottes wird nur denen auf die Stirn gedrückt werden, die wegen der Sünde weinen und flehen. (Sch. d. Z., Bd. II, S.56) und die durch Buße und Reue, Vergebung und Reinigung im Blute Jesu gefunden haben.

 

Fassen wir noch einmal in einer Bild zusammen, wer versiegelt wird:

  • Wem seine Sünde leid tut.
  • Wer sich von der Bosheit abwendet.
  • Wer zu Gott umkehrt.
  • Wer Jesu Gerechtigkeit begehrt … 

Nachdem wir die Wichtigkeit der Versiegelung betrachtet und die Frage: "Wer wird versiegelt?" beantwortet haben, wollen wir die Antwort der Bibel auf die nächste Frage suchen:

 

2. Wann beginnt die Versiegelung?  

Wir dürfen nicht unserer Phantasie folgen. Es ist unser Prinzip, die Bibel durch die Bibel auszulegen. Ist die Versiegelung eine zukünftige Angelegenheit? Betrifft sie nur die in der Endzeit lebenden Gläubigen? Oder müssen alle, die gerettet werden, Gottes Siegel erhalten haben? Paulus schrieb dazu in 2. Korinther 1,21.22 „Gott ist‘s aber, der uns in Christus gesalbt und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat.“ 

 

Halten wir fest: Gott selbst hat unser Leben durch Christus auf ein festes Fundament gestellt und uns in seinen Dienst gerufen. Er drückte uns sein Siegel auf, wir sind sein Eigentum geworden, und er hat uns seinen Heiligen Geist gegeben.

 

Schreibt Paulus von einem zukünftigen Ereignis – oder meint er eine gegenwärtige Erfahrung? Tröstet er die Gläubigen mit dem Hinweis auf eine zukünftige Handlung Gottes – oder stärkt er sie in ihrem geistlichen Leben durch die Erwähnung einer Tat Gottes, die in ihrem Leben bereits geschehen ist? 

 

Diese Worte trösten und ermutigen. Sie stärken den Glauben und spornen an, ein Leben zu führen, das Gott gefällt und verherrlicht. Gott hat uns mit seinem Geiste gesalbt und versiegelt. Diese Tatsache ermutigt uns, den Glaubensweg zuversichtlich bis zum Ende zu gehen. Wir sind Gottes versiegeltes Eigentum. 

  • Judas schrieb seinen Brief an die „Berufenen, die bewahrt sind für Jesus Christus“. (Judas 1) 
  • Petrus schrieb, dass wir durch Gottes Macht bewahrt werden zur Seligkeit (1.Pt.1,5). 
  • Paulus schrieb: „Der Herr ist treu, der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen.“ (2.Th 3,3)

Die Versiegelung wird in den Briefen der Apostel auf vielfältige Welse bezeugt. In Epheser 1,12-14, lesen wir folgende Aussage: Wozu geschieht die Versiegelung? Gottes Wort sagt: dass wir Gottes, bezw. Christi Eigentum seien. In der Versiegelung nimmt Gott vom Menschen als seinem Eigentum offiziell Besitz und bestätigt ihm seine Erlösung. 

 

Ich lese die Bibel gerne buchstabierender Weise, dann lese ich nicht so leicht über entscheidende Wahrheiten hinweg. Es steht nicht da, dass die Gläubigen irgendwann und irgendwo einmal versiegelt werden, vielleicht unter außergewöhnlichen Umständen und besonderen Bedingungen. Es steht da, dass, die an Christus gläubig gewordenen Heiden mit dem Heiligen Geist versiegelt wurden,  und dass der Geist, mit dem sie versiegelt sind, das Unterpfand ihrer Erlösung Ist.

 

Wie lange gilt die Versiegelung und was schließt sie mit ein? 

Paulus schrieb den Christen in Ephesus, dass sie mit dem Heiligen Geist versiegelt sind bis auf den Tag der Erlösung (Eph. 4,30).  Deshalb rief er sie auf, den Geist nicht zu betrüben. Der Herr bewahrt die mit seinem Geist Versiegelten vor den gottfeindlichen Mächten. Er bewahrt sie zur Seligkeit, die offenbar werden wird zur letzten Zeit. Die Versiegelten werden auch den Sturm der Endzelt bestehen. Wichtig ist nur, dass wir vor den Katastrophen der Endzeit, d.h. vor dem Ende der Gnadenzelt an Jesus Christus gläubig werden, unsere Sünden bekennen und uns durch den Heiligen Geist zu Gottes Eigentum versiegeln lassen.   

 

Nachdem wir erkannt haben, wer versiegelt wird und wann die Versiegelung beginnt, werden wir jetzt etwas genauer betrachten, wodurch die Versiegelung geschieht. 

 

3. Der Heilige Geist das Mittel und Kennzeichen der Versiegelten

Die Apostel lehrten, dass wir durch de Heiligen Geist gesalbt und versiegelt sind. Jesus sagte, der Heilige Geist würde ein dreifaches Werk für uns tun.  Johannes 16,8: „Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht.“ 

 

Betrachten wir dieses dreifache Werk des Heiligen Geistes im Einzelnen:

  • Er wird die Menschen von ihrer Sünde überführen. 

Wenn wir dieser ersten Wirkung des Heiligen Geistes nicht Raum geben, wenn wir unsere Sünde nicht anerkennen und nicht bekennen, wenn wir sie beschönigen, rechtfertigen oder einem andern in die Schuhe schieben, dann kann der Heilige Geist unser Herz nicht erfüllen, dann kann uns der HG nicht in die Gemeinschaft mit Gott führen. Wir können den Heiligen Geist nicht empfangen. Wir können damit nicht versiegelt werden auf den Tag der Erlösung, Die nicht bekannte und nicht vergebene Sünde hindert uns daran, das Siegel Gottes zu empfangen.

 

  • Der Heilige Geist weckt in uns Verlangen nach der Gerechtigkeit Christi. 

Er offenbart uns die Schönheit und Herrlichkeit, die Reinheit und Heiligkeit des Charakters Christi. Er offenbart uns die Bedeutung des Opfertodes Jesu und er macht uns bereit, dieses Opfer im Glauben persönlich anzunehmen. Dadurch, dass wir das tun, erkennen wir die Sünde In Ihrer wahren Natur. Wir beginnen, die Sünde zu hassen und zu verabscheuen, und wir verharren unter dem Kreuze Christi, bis er die Sünde in unserem Leben getötet hat. Wer so an Christus glaubt, den versiegelt Gott mit dem Heiligen Geist.

 

Der Heilige Geist bringt uns In Harmonie mit Gottes Willen. Gott sagt durch den Propheten Jesaja in Kapitel 8,16: “Versiegle das Gesetz meinen Jüngern!" Durch den Heiligen Geist, der uns versiegelt, wird Gottes heiliges Gesetz in unser Herz geschrieben. In Hebr. 8,10 verspricht uns Gott: "Mein Gesetz soll ihr ganzes Denken und Handeln bestimmen. In ihre Herzen will ich es schreiben, nicht auf Steintafeln. Ich will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein!" (Hfa). Diese Zusage gab Gott bereits durch den Propheten Hesekiel in Kapitel 36,26.27: „Ich will euch ein anderes Herz und einen neuen Geist geben. Ich nehme das versteinerte Herz aus eurer Brust und gebe euch ein lebendiges Herz. Mit meinem Geist erfülle ich euch, damit ihr nach meinen Weisungen lebt, meine Gebote achtet und sie befolgt.“ 

 

Obwohl der Sabbat das Siegel des lebendigen Schöpfergottes  ist, so ist er doch nicht das Siegel, das die Versiegelten erhalten. Niemand ist versiegelt, weil er den Sabbat hält, oder zu einer Gemeinde gehört, die den Sabbat verkündigt. Der Sabbat ist nicht die Voraussetzung und Grundlage unserer Versiegelung, sondern ein Kennzeichen unserer durch den .Heiligen Geist gewirkten Versiegelung. Die durch den Heiligen Geist Versiegelten halten den Sabbat als Zeichen dafür, dass sie Gott gehören. 

 

In Offb 7 wird gesagt, die Versiegelten tragen den Namen Gottes an ihren Stirnen. Doch das wird nicht nur im Zusammenhang mit den 144.000 in der Bibel erwähnt. Diese Verheißung wurde auch den Überwindern in der Gemeinde Philadelphia gegeben. Jesus verspricht nach Offb 3,12 dem Überwinder: „Ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalems und meinen Namen, den neuen.“  Was bedeutet diese Verheißung? Was meint es, den Namen Gottes, den Namen Jesu und den Namen des Neuen Jerusalems zu tragen? 

 

Das bedeutet unser Denken, Fühlen und Wollen steht unter der Herrschaft und Führung des Heiligen Geistes.  Das erweist uns vor der Welt als Kinder Gottes und Eigentum des Allerhöchsten, dass er uns von seinem Geist gegeben hat, dass wir sein Wesen offenbaren und seinen Willen tun. Die Bibel sagt in Hebräer 1,3, dass der Mensch gewordene Sohn Gottes das Ebenbild seines Vaters ist. Der Urtext spricht vom "Siegelabdruck". Siegel und Abdruck müssen stets übereinstimmen. So trägt auch der durch Christus wiedergeborene, mit dem Heiligen Geist gesalbte und versiegelte Gläubige das Wesen des Sohnes Gottes. Die Bibel sagt in Römer 8.29 von den Gläubigen: "...dass sie gleich sein sollen dem Ebenbilde seines Sohnes." In dieses Bild werden wir stetig verwandelt durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist. 

 

In dem Buch „Schlüsselbegriffe adv. Glaubenslehren steht“: „Das Siegel bestätigt, dass sich Jesu Charakter in seinen Kindern auf Erden widerspiegelt.“

 

Einem Soldaten des russischen Zaren sollte einst eine Kugel aus der Brust entfernt werden. Als der Chirurg die ersten Einschnitte vornahm, um das Geschoß zu finden (es gab damals ja noch keine Röntgenaufnahmen und Betäubungsmittel, sagte der Soldat zum Operateur: "Doktor, wenn sie noch ein wenig tiefer schneiden, dann werden sie das Bildnis des Kaisers finden." Strahlen unsere Herzen das Bildnis unseres Heilandes wieder?  

 

Habt ihr gesehen, wie Herdenbesitzer ihre Herde kennzeichnen? Sie benutzen dazu einen Brennstempel. Der Stempel weist aus, wem das Tier gehört, Der Heilige Geist ist der göttliche Stempel, das Siegel Gottes. Der HG prägt unaustilgbar Christi Wesen in unser Sinnen und Denken, Fühlen und Wollen. So, dass jeder weiß, wohin wir gehören und wessen Eigentum wir sind. Durch die Kraft seiner heilsamen Gnade und durch das Unterpfand unserer Erlösung, den Heiligen Geist, hat Gott dafür gesorgt, dass wir sein Eigentum sein können in Ewigkeit. Gott weiß, dass wir aus uns untüchtig sind und gar leicht eine Beute Satans werden, darum versiegelt er uns mit dem Heiligen Geist. Ist das nicht herrlich und unvergleichlich?

 

In Off. 7,3 wird gesagt, dass Gottes Siegel auf die Stirn gedrückt wird. Warum wird es nicht auf die Hand gegeben? Mit der Hand schaffen wir Werke. Aber Werke retten uns nicht. Es geht um unsere Gesinnung. Die Bibel sagt: „Ein jeglicher sei gesinnt wie Jesus Christus.“ (Phil.2,9) Der Apostel schrieb an seinen Mitarbeiter Timotheus: „Das feste Fundament, das Gott gelegt hat, trägt das Siegel: ,Der Herr kennt alle, die zu ihm gehören. Wer sich zu ihm bekennt, der darf nicht länger Unrecht tun‘“ (2.Tm 2,19).

 

Durch die göttliche Gnade und das Wirken des Heiligen Geistes dürfen wir den Namen Gottes an unseren Stirnen tragen. Die Bibel schließt in Offb. 22,5 mit der Zusage: „Und seinen Namen werden sie an ihrer Stirn tragen.“  Möge jeder von uns diese kostbare Erfahrung machen.

 

4. Wer sind die 144.000 

Bleibt zum Schluss noch die Frage nach den 144.000 – eine gründliche Antwort würde ein weiteres intensives Studium erfordern. Ich will jetzt nur kurz auf die Frage eingehen, ob es sich um eine symbolische oder buchstäbliche Zahl handelt. 

 

Die 12 Stämme Israels gibt es nicht mehr. Sie haben sich in den Jahrtausenden genetisch vermischt. Die Stämme Ephraim und Dan werden in der Offenbarung nicht erwähnt. Diese beiden Stämme waren führend in der Abgötterei. Sie waren stolz und hochmütig, alles Sünden, die vom Reich Gottes ausschließen. Gott hat außerdem viele male verheißen, dass er Menschen aus allen Völkern und Nationen zu sich ruft und ihre Zahl nicht begrenzt. 

Die dreifache Engelsbotschaft wird nach Off.14,6 allen Menschen auf der Erde, allen Nationen und Völkern, den Menschen aller Rassen und Sprachen verkündigt. Das Ergebnis dieser weltweiten Verkündigung wird in Off.7,9 beschrieben. Johannes berichtet, dass er eine große Menschenmenge vor dem Thron Gottes sah, so unübersehbar groß, dass niemand sie zählen konnte. Die Menschen kamen aus allen Nationen, Stämmen und Völkern; alle Sprachen der Welt waren zu hören.

 

Johannes hörte die Zahl der Versiegelten – 144.000. Aber er schaute gleich im Anschluss daran eine unzählbare Menschenmenge vor Gottes Thron stehen. Dies führt zu der Erkenntnis, dass die Zahl, die er hörte und die Menge, die er sah, identisch sind. Die Erlösten des Herrn werden in Offenbarung 7 als eine "unzählbare Schar" vorgestellt. Nachdem Johannes zunächst nur die Zahl der Versiegelten gehört hatte, sah er anschließend die unzählbare Schar. Warum hörte Johannes zuvor die Zahl 144000? Die Angabe der Zahl ist bedeutsam.

 

Zwölf ist die Zahl des Königreich Gottes, im alten Volk Israel gab es die 12 Stämme. Weiter berichtet das AT von 12 Ruten, 12 Steinen, die aus dem Jordan geholt worden waren, von 12 Edelsteinen im Brustschild des Hohenpriesters usw. Im Neuen Testament gibt es die 12 Apostel. Ihre Namen sind auf den Grundsteinen des neuen Jerusalems festgehalten. Die Namen der 12 Stämme Israels sind auf die 12 Tore der Stadt Gottes geschrieben. Siebenmal wird in der Offenbarung die Zahl 12 erwähnt. Es wird z.B. auch gesagt, der Umfang des neuen Jerusalems beträgt "12.000 Feld Wegs".

 

Die Zahl 144.000 hängt eng mit der Zahl 12 zusammen. Wir wissen, dass 12 mit 12.000 multipliziert die Endsumme von 144 000 ergibt. Die 144.000 werden nicht nur in Offb 7, sondern auch in  Offenbarung 14 erwähnt. 

 

In Offenbarung 14,1 wird von ihnen gesagt: „die hatten seinen Namen und den Namen seines Vaters geschrieben an ihrer Stirn.“ Interessant ist, dass dies in Offb 3,12 auch den Überwindern in der Gemeinde Philadelphia von Gott zugesagt ist. Jesus sagt: „Wer überwindet, … ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes … und meinen Namen den Neuen.“ 

 

Die Schwierigkeit mit den 144.000 löst sich nur,  wenn wir in ihnen ein Symbol für das geistliche Israel sehen, eine Beschreibung der wahren Gemeinde Gottes. Das Wort Israel bedeutet "Gotteskämpfer" und bezeichnet einen Überwinder. Jakob erhielt den Namen "Israel", nachdem er mit dem Engel Gottes gekämpft hatte. Gott sagte zu ihm: "Du sollst nicht mehr Jakob (Betrüger), sondern Israel (Überwinder) heißen, denn du hast mit Gott und Menschen gekämpft und hast gesiegt." Nur die Überwinder können als das wahre Israel Gottes bezeichnet werden. In Römer 2,28.29 steht nach der Hfa-Bibel: „Die Abstammung von jüdischen Eltern und die Beschneidung lassen noch niemanden wirklich zum Juden werden. Ein richtiger Jude, das heißt jemand, der zum Volk Gottes gehört, ist man nur, wenn die Beschneidung  mehr  bedeutet  als  die  Erfüllung  toter  Buchstaben. Erst  die  Beschneidung, die vom Heiligen Geist kommt und zu einem Gesinnungswandel führt, zählt vor Gott. Bei den Menschen bedeutet das vielleicht nicht viel, aber es ist das Einzige, was bei Gott zählt."

 

In Römer 9,8 steht: "Nicht alle, die auf natürliche Weise von Abraham abstammen, gehören zu Gottes Volk, seinen Kindern. Nur der zählt dazu, wer Gottes Verheißung hat.“ Doch der wichtigste Text ist in Gal. 3.26–29: "Durch den Glauben an Jesus Christus seid ihr nun alle zu Kindern Gottes geworden. Ihr gehört zu Christus, weil ihr auf seinen Namen getauft seid. Jetzt ist es nicht mehr wichtig, ob ihr Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, Männer oder Frauen seid: In Christus seid ihr alle eins. Gehört ihr aber zu Christus, dann seid ihr auch Nachkommen Abrahams und habt Anspruch auf alles, was Gott ihm zugesagt hat." 

 

Die Zahl 144.000 steht symbolisch für die Vollzahl aller Erlösten. Diese Zahl gibt uns den Trost, dass niemand fehlen wird. Die Erlösten aus dem Alten und Neuen Bund werden vereint vor Gottes Thron stehen und sie werden eine so große Schar bilden, dass niemand sie zählen kann, aber Gott kennt die Vollzahl der Erlösten aus allen Zeitaltern. Wir müssen stets daran denken: 

  • Die Versiegelung ist kein Ausnahmezustand, den nur einige privilegierte Menschen empfangen.
  • Die Versiegelung ist nicht nur für eine bestimmte Gruppe von Gläubigen vorgesehen.
  • Die Versiegelung ist ein heilsnotwendiger Vorgang, an dem alle Gläubigen teilhaben müssen, die in Gottes Reich eingehen wollen.
  • Das Werk der Versiegelung geschieht seit dem Kommen des Heiligen Geistes zu Pfingsten und es endet mit dem Abschluss der Gnadenzeit.  

Wenn Gott den Heiligen Geist der Erde entzieht, weil niemand mehr da sein wird, der sich von seinem Geist rufen, neu schaffen und führen lässt, wird das Werk der Versiegelung beendet sein. Dann werden die Winde losgelassen und der Tag seines grimmigen Zornes wird hereinbrechen. Mögen wir an diesem Tage zu denen gehören, die bestehen. weil sie durch den Glauben an Christus mit dem Heiligen Geist versiegelt wurden auf den Tag der Erlösung.   

Fassen wir zusammen, was wir heute über die Versiegelung erfahren haben. 

Wenn das Werk der Versiegelung abgeschlossen sein wird, wenn die Gnadenzeit vorüber ist, wird das 7. Siegel aufgetan. Off. 8,1 sagt: "Als das Lamm das siebte Siegel aufbrach, wurde es im Himmel ganz still. Diese Stille dauerte etwa eine halbe Stunde lang!"

 

Was hat es mit dieser Stille auf sich?

 

Während das 6. Siegel ein Hinweis auf Gottes Handeln an dem Planeten ist, der sich durch den Sündenfall von ihm gelöst hat, führt das 7. Siegel über diese Erdenzeit hinaus in die göttliche Vollendung. Das wird angedeutet durch das halbstündige Schweigen im Himmel. Der Kampf ist vollendet Christus verlässt den Himmel mit dem himmlischen Heer um seine treuen Nachfolger, seine mit seinem Geist versiegelten Kinder zu sich zu holen. Der Himmel ist leer. Die Stille des Himmels wird erst wieder beendet sein, wenn die Erlösten des Herrn nach Hause kommen mit Jauchzen, wenn sie das Lied der Erlösten, das Lied Moses und des Lammes anstimmen werden und alle Engel mit einstimmen werden in den großen Jubelruf von Offb 7,10: "Heil und Rettung kommen allein von unserem Gott, der alle Macht in seinen Händen hält, und von Christus, dem Lamm! Anbetung und Herrlichkeit, Weisheit und Dank, Ehre, Macht und Kraft gehören unserem Gott für immer und ewig. Amen!"

 

Buchempfehlungen zur Auslegung der Offenbarung:

Der Genesis Code enträtselt

Die letzte Schlacht